Aachen als Bade- und Kurort

Heilwirkung des Thermalwassers – Gesundheitstherapie in einer historischen Stadt wie Aachen

Die alten Römer waren es – sie haben schon die heilende Kraft der schwefelhaltigen warmen Quellen in Aachen erkannt und genutzt.
Die Römer nannten diesen Ort „Aquae Granni“ und der heutige Name Aachen leitet sich vom germanischen Wort für Wasser – „Ahha“ – ab.

Aachen beherbergt die heißesten Quellen nördlich der Alpen.
Das sehr schwefel- und mineralhaltige Quellwasser steigt an unterschiedlichen Stellen der Stadt aus dem Boden. Schon 1671 hat Franciscus Blondel eine Veröffentlichung über die Heilkräfte dieser Wasser verfasst. Drei Quellgruppen werden unterschieden – die obere Gruppe den Hang vom Rathaus über die Hof- und Büchelstraße herunter, die untere Gruppe auf der Komphausbadstraße und die Quellen in Burtscheid.

Auch Karl der Große hat die starke Wirksamkeit der mächtigsten Quelle immer wieder genutzt. Sie ist mit 55 Grad die heißeste und befindet sich im Gebäude des Kaiserbades (1920) und speist den öffentlichen Elisenbrunnen.

Alle Herrscher in der Stadt Aachen haben diese Heilkräfte genutzt.
Die Römer bauten Thermalbäder für ihre kranken Soldaten, nach ihrem Rückzug im 4. Jahrhundert wurden die Bäder von den Franken weiter benutzt und auch die Karolinger wussten sie zu schätzen.

Im 18. Jahrhundert wurde Aachen zur Kur– und Badestadt – ganz offiziell.
Fast hätte die Tatsache, dass Aachen eine Kurstadt war, die Einrichtung der Technischen Hochschule verhindert.

Köln wollte genauso wie Aachen eine Hochschule, es kam zum Streit zwischen den beiden Städten.
Der damals amtierende Oberbürgermeister von Köln brachte als Argument gegen den Standort Aachen vor, dass die Ablenkung und Zerstreuung der jungen Studenten in einem Badeort zu groß wäre und ein pflichtgemäßes Studium nicht möglich machten.
Zum Glück konnte er sich damit nicht durchsetzen und so leben bis heute die Studenten mit einem lebendigen Leben auch in den Kneipen der Altstadt und die Badegäste friedlich nebeneinander.

Übrigens gibt es noch eine amüsante Legende zur Entstehung des Kurbads Aachen.
So soll das Pferd Karl des Großen während es auf seinen edlen Reiter wartete mit den Hufen durch Zufall die erste heiße Quelle frei gescharrt haben.
Eine schöne Geschichte – aber sie stimmt nicht.
Schon der Vater von Karl – Pippin – hat die Wärme der Quellen auf einem Landgut in der Nähe der römischen Münstertherme genossen.

Seit dem 16. Jahrhundert hat sich die Medizin immer mehr für die Heilkräfte interessiert und die Wirkungen auf die unterschiedlichsten Krankheiten wurden erforscht und genutzt.

Heute ist es unumstritten, dass die heißen und vor allem mineralhaltigen Wasser vor allem bei Rheuma und Gelenkerkrankungen hohe Heilungswirkungen erzielen und Aachen ist nach wie vor ein beliebtes Kurzentrum.
Ganz besonders intensiv wurde der Bade- und Kurbetrieb in Burtscheid – heute ein Stadtteil von Aachen –  und rund um die Monheimsallee mit dem Quellenhof ausgebaut.
Mehr als 30 Quellen werden heute noch genutzt und es ist zum Glück nicht mehr den „Reichen und Schönen“ vorbehalten ihre Krankheiten hier therapeutisch zu behandeln. Obwohl die immer wieder neuen gesundheitsrechtlichen Einschränkungen schon wieder den Verdacht erwecken, dass es bald wieder so sein könnte.

Die neueste Einrichtung ist die Carolus Therme unweit der Monheimsallee gelegen. Eine sehr attraktive vielseitige Erlebnis-Wasser-Landschaft die auch den „gesunden“ Menschen Gelegenheit zur Entspannung und Erholung bietet.

Die therapeutisch genutzten und verschriebenen Kuren in Aachen haben mehrere Kurhäuser. So gibt es z.B. die Rosenquelle mit Anschlussheilbehandlungen der Orthopädie, Innere Medizin und Chirurgie; das Schwertbad mit Anschlussheilbehandlungen und teilstationären Maßnahmen; die Rheumaklinik zur – wie der Name schon sagt – Behandlung von rheumatischen Erkrankungen.

Zusammenfassend ist zu sagen:
Aachen bietet mit den heißen Thermalquellen, den wunderschönen Kurparkanlagen, der historisch schönen Stadt an sich und dem bunten Leben ein hervorragendes Ambiente und gute Grundlagen zur Heilung und Erholung – von Kranken und auch weniger Kranken.